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Großübung auf dem Heuberg: Massenkarambolage auf der Ringstraße

Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Malteser Hilfsdienst (MHD), Notfallseelsorge (NFS) und Feuerwehren aus der Umgebung übten am vergangenen Samstag erstmalig gemeinsam auf dem TrÜbPl Heuberg in Stetten a.k.M. Angenommen wurde eine Massenkarambolage auf der Ringstraße mit 30 Verletzten.

Bilder: DRK

Hilferufende ‚Verletzte‘, herumirrende, unter Schock stehende Menschen. Teils saßen die ‚Verletzten‘ noch in ihren Fahrzeugwracks, teils lagen sie blutüberströmt auf der Straße zwischen Scherben und Blechteilen- man wünscht sich, ein solches Szenario nie in der Wirklichkeit erleben zu müssen.
Doch falls es dennoch mal so oder so ähnlich kommen sollte, müssen alle Einsatzkräfte am Einsatzort Hand in Hand zusammenarbeiten, ganz gleich, welcher Organisation sie angehören. Dies zu üben, war Ziel der Großübung, an der erstmalig die ehrenamtlichen DRK-Bereitschaften und der hauptamtliche DRK-Rettungsdienst, MHD, NFS und die Feuerwehren gemeinsam teilnahmen. Auf ein gemeinsames Frühstück aller Übungsteilnehmer und der Sicherheitsbelehrung durch die Übungsverantwortlichen folgte die ‚Alarmierung‘.

Nachdem die ersteintreffenden Einsatzkräfte  des  DRK- Rettungsdienstes  den Umfang dieser Situation erkannt hatten, zogen sie zur Unterstützung die Einsatzformation für größere Schadenslagen (BHP-25) des Landkreises Sigmaringen hinzu. Wie bei einem realen BHP-25- Alarm sammelten sich die Bereitschaften des DRK und des MHD mit Ihren Einsatzfahrzeugen zuerst in Sigmaringen, um dann im geschlossenen Fahrzeugverband auf den Truppenübungsplatz nach Stetten a.k.M. zu fahren. Nachdem die Feuerwehr die ‚Verletzten‘ aus dem Gefahrenbereich ‚gerettet‘ hatte, wurden sie in der Verletztenab-lage (MHD) gesammelt und erstversorgt. Nacheinander wurden sie dann an den Behandlungsplatz-25 (DRK) übergeben. Dort wurden die  Betroffenen und Verletzten registriert und aufgrund der Schwere der Verletzungen von einem Notarzt in darauf spezialisierte Behandlungszelte verteilt, wo sie behandelt und durch die NFS betreut wurden. In der Realität wären die „Verletzten“ von dort dann koordiniert in verschiedene Krankenhäuser verteilt worden, was aufgrund der Übungssituation nur angedeutet wurde. In Zusammenarbeit mit dem DRK-Kreisauskunftsbüro wurden die Daten der Personen, die den BHP-25 durchlaufen haben, registriert und deren Verbleib dokumentiert. „So kann jederzeit nachvollzogen werden, wer wann wohin gebracht wurde“, erklärte die Leiterin des Kreisauskunftsbüros Astrid Lübs.

Erstmalig übten Haupt- und Ehrenamt des Deutschen Roten Kreuzes gemeinsam mit dem Malteser Hilfsdienst und der Notfallseelsorge ein solches Szenario. Die Einsatzkräfte aller Organisationen erfüllten routiniert ihre jeweiligen Aufgaben. Natürlich, gebe es immer Dinge, die bei einer Übung auffallen, und die zu optimieren sind, was ja letztlich eben der Sinn einer Übung darstelle, stellte der DRK- Zugführer Armin Reck fest. In diesem Sinne beschloss man, gegenseitig in engem Kontakt zu bleiben und die gute Kooperation weiter auszubauen. Letztlich habe man doch die gleichen Ziele, wenn auch unterschiedliche Ärmelabzeichen.
Insgesamt waren über 100 Einsatzkräfte des Deutschen Rotes Kreuz, des Malteser Hilfsdienstes, der Notfallseelsorge des Landkreises Sigmaringen mit insgesamt 22 Einsatzfahrzeugen am Übungsgeschehen beteiligt.

Der „Behandlungsplatz 25“ ist eine ehrenamtliche Einsatzformation, die durch den hauptamtlichen Ret-tungsdienst und durch Notärzte unterstützt wird. Der BHP-25 kommt immer dann zum Einsatz, wenn durch ein Schadensereignis eine größere Anzahl von Verletzten oder Betroffenen zu versorgen sind, aber durch den regulären Rettungsdienst nicht genügend Rettungsmittel zur Verfügung stehen. Das ist so z.B. bei großen Unfällen, Zugunglücken und Katastrophen der Fall. Ein Behandlungsplatz-25 kann auch vorsorglich im Rahmen von Sanitätswachdiensten bei Veranstaltungen aufgebaut werden.
Im Landkreis Sigmaringen stellen die einzelnen DRK- Bereitschaften die Module für den Behandlungsplatz, durch den übrigens 25 Personen pro Stunde behandelt und in Krankenhäuser gebracht werden können (daher BHP-25). Fester Bestandteil ist dabei die Verletztenablage des Malteser Hilfsdienstes. Hier werden die Verletzten zuvor unmittelbar an der Unfallstelle zusammengeführt und erstversorgt, bevor sie dann in die Zelte des BHP-25 gebracht werden.

Die hier eingesetzten Kräfte kamen aus den ehrenamtlichen DRK- Bereitschaften Bad Saulgau, Bingen, Gammertingen, Hohentengen, Inzigkofen, Mengen, Meßkirch, Neufra, Scheer, Sigmaringendorf, Heuberg-Donautal (Stetten a.k.M.und Beuron), Veringenstadt-Hettingen, Wald-Walbertsweiler, dem hauptamtlichen DRK- Rettungsdienst, dem FSJ des DRK-Kreisverbandes Sigmaringen und dem Malteser Hilfsdienst Sigmaringen. Die Betreuung der ‚Betroffenen‘ übernahm die Notfallseelsorge des Landkreises. (hb)

28. März 2015 18:09 Uhr. Alter: 5 Jahre