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Deutsches Rotes Kreuz Sigmaringen aktiv in der Flüchtlingsarbeit.

Das Regierungspräsidium bat beim DRK um Unterstützung. Von Montag bis Mittwoch waren DRK Bereitschaften aktiv im Einsatz und versorgten drei Tage lang 500 Flüchtlinge mit Frühstück, Mittagessen und Lunchpaketen.

Seit 3. August gibt es in Sigmaringen die Bedarfsorientierte Erstaufnahmestelle (BEA) für Flüchtlinge in der Graf-Stauffenberg-Kaserne. Der DRK Kreisverband Sigmaringen engagiert sich seit August intensiv in der Flüchtlingsarbeit. Stefanie Gäble ist tätig als Koordinatorin für das Ehrenamt und Martin Grillenberger als Streetworker. Zudem haben von diesem Montag bis Mittwoch etwa 80 Helferinnen und Helfer der DRK Bereitschaften zur Überbrückung die Essensausgabe für über 500 Flüchtlinge gestemmt.

Die Zahl ankommender Flüchtlinge hatte sich innerhalb von einem Tag quasi verdoppelt. Deshalb fragte das Regierungspräsidium beim DRK um Unterstützung des Catering an. Innerhalb von drei Stunden waren die Bereitschaften des DRK Kreisverbandes am Montagnachmittag vor Ort in der Graf-Stauffenberg-Kaserne und stellten den Einkauf sowie eine funktionsfähige Küche und Essensausgabe auf die Beine. Dabei stemmten sie von Montagabend bis Mittwochnachmittag mit über 850 geleisteten Stunden ehrenamtlich über 1.500 Mittagsmahlzeiten plus 1000 Portionen Frühstück  sowie  1000 Lunchpakete. Seit Mittwochnachmittag werden die Flüchtlinge von zwei Caterern versorgt.

Dass das DRK die für 500 Menschen notwendigen Mengen an Essen so schnell besorgen konnten, ist nicht zuletzt Geschäften zu verdanken, die unkompliziert und kurzfristig Waren auf Rechnung ausgaben. Dazu gehören Edeka Sigmaringen, Bäckerei Bogenschütz Gammertingen, Früchte Herr Pfullendorf, Großmarkt Scharper Ebingen. Den Geschäften gilt ein herzliches Dankeschön, ebenso allen 80 Helferinnen und Helfern aus den Bereitschaften.  

Die Situation erfordert insgesamt schnelle Ad-hoc-Hilfe, da die Zahlen ankommender Flüchtlinge alle Prognosen sprengen und täglich rapide steigen. Die Menschen kommen vor allem aus Syrien, Eritrea, Irak, Afghanistan, Somalia.  Darunter sind auch sehr viele Kinder.  Sie haben monatelange Fluchtwege teilweise zu Fuß hinter sich und nur die Kleider, die sie am Leib tragen sowie keine persönliche Habe. Da genau in dieser Woche auch das Wetter mit Regen und Kälte zuschlug, war auch bezüglich Kleiderspenden schnelle Ersthilfe gefragt. Am Mittwochabend organisierte dafür Armin Reck, DRK Bereitschaftsleiter aus Veringenstadt Unterstützung aus der freiwilligen Feuerwehr Veringenstadt. Diese halfen am Mittwochabend spontan beim Aussortieren erster Kleiderspenden.  

DRK organisiert Begegnungsstätte für Flüchtlinge

In der BEA sind die Flüchtlinge nur zur Kurzzeitunterbringung, d. h. sie sind zwischen einigen Tagen und mehreren Wochen da und müssen ihre Zeit hauptsächlich mit Warten verbringen, wie es mit ihnen weitergeht. Das wiederum hängt davon ab, wo sie als nächstes untergebracht werden und wie über ihren Asylantrag entschieden wird. Um die Menschen in genau dieser Zeit zu unterstützen, bedarf es Angebote von außen. Der DRK Kreisverband Sigmaringen hat Stefanie Gäble für die Koordination ehrenamtlicher Arbeit eingesetzt. Ziel ist, außerhalb der BEA Räumlichkeiten für ein Begegnungshaus zu schaffen. Dieses Haus gilt es dann mit ehrenamtlichem Engagement und mit Leben zu füllen. Geplant sind ein Begegnungscafé, ein Internetraum, Deutschkurse, Basteln für Kinder, Sportangebote und diverse weitere Themen. Gleichzeitig wird im Augenblick eine Kleiderkammer aufgebaut, wo dann die neue eintreffenden Flüchtlinge mit Kleiderspenden aus der Bevölkerung  versorgt werden können.

20. August 2015 15:21 Uhr. Alter: 5 Jahre