06.04.2011
Helfer-vor-Ort-Systeme des DRK ziehen Bilanz

Helfer werden zu 448 Einsätzen alarmiert


Helfer werden zu 448 Einsätzen alarmiert
In 2003 wurden die ersten Helfer-vor-Ort-Systeme im DRK Kreisverband Sigmaringen in den Gemeinden Beuron, Gammertingen und Herbertingen eingeführt. Inzwischen ist die Zahl auf acht Gruppen gestiegen, die Tag und Nacht für Notfälle in ihrem Einzugsbereich bereit stehen. Weitere Gruppen sollen in den nächsten Jahren folgen.

„Gerade in ländlich strukturierten Gebiete, wie es der Landkreis Sigmaringen ist, wo der Rettungsdienst lange Anfahrtswege hat, machen sogenannte Helfer-vor-Ort-Systeme Sinn“, erklärt der DRK-Kreisverbandsarzt Dr. Rudolf Hinger. Mit Eingang einer Notfallmeldung werden zeitgleich mit dem Rettungsdienst und Notarzt auch der Helfer-vor-Ort im jeweiligen Einsatzgebiet alarmiert, der den Notfallort je nachdem mit dem Privat-PKW oder einem Einsatzfahrzeug direkt anfährt und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführt. Für den Patienten kann dies unter Umständen überlebenswichtig sein, da die Maßnahmen durch die anwesenden Ersthelfer aufgrund der Stresssituation und Unwissenheit in den häufigsten Fällen nicht ausreichend sind.

Der First Responder, wie der Helfer-vor-Ort auch genannt wird, verfügt über eine entsprechende Ausrüstung die häufig durch einen Defibrillator ergänzt wird. „Diese Ausrüstung die bis zu 5.000 Euro pro Helfergruppe kosten kann, werden durch Spendengelder oder Aktionen der einzelnen Rotkreuzgruppen finanziert“ , führt der für die Helfer-vor-Ort-Gruppen zuständige stellvertretende Kreisbereitschaftsleiter Frank Steinbrück aus.  „Hinzu kommen noch Kosten für Treibstoff und Versicherungen der Einsatzfahrzeuge, sowie Verbrauchsmaterial, denn im Gegensatz zum Rettungsdienst werden diese Kosten nicht durch den Kostenträger ersetzt“, ergänzt Michael Nill.

Dass die Helfergruppen zu einer Ausdünnung des Rettungsdienstes, also zu einer Reduzierung von Rettungsfahrzeugen führt, schließt Dr. Hinger von vornherein aus, denn die gesetzliche Hilfsfrist wird durch das Eintreffen eines Helfers nicht verkürzt. Das freiwillige Engagement des DRK stellt lediglich eine Ergänzung zum Rettungsdienst dar.

Im vergangenen Jahr wurden die Helfer zu insgesamt 448 Einsätzen im gesamten Kreisverband alarmiert. In dieser Zahl sind die Einsatzzahlen der Ersthelfergruppe der Feuerwehr Mengen nicht enthalten, die im Raum Mengen sich gemeinsam im Wechsel mit dem DRK den Dienst teilen. Allein diese Zahlen rechtfertigen die Wichtigkeit dieses Systems zum Wohle des Bürgers. So plant die Kreisbereitschaftsleitung des DRK in den nächsten Jahren weitere Gruppen im Landkreis aufzubauen. Dies hängt vor allen Dingen auch von der Bereitschaft der Helfer in den Ortsgruppen ab, die den Dienst ehrenamtlich übernehmen. Daher ist das DRK auch ständig auf der Suche nach Menschen, die Interesse an einer vielseitigen und interessanten Tätigkeit haben. Interessierte Personen können daher Informationen zu einer Mitarbeit in einer der 18 Ortsgruppen des DRK bei der DRK Kreisgeschäftsstelle in Sigmaringen unter Telefon 07571/7423-0 oder per Email an post@kv-sigmaringen.drk.de anfordern.
 
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